{"id":150,"date":"2019-02-22T08:38:24","date_gmt":"2019-02-22T08:38:24","guid":{"rendered":"http:\/\/neckar-donau-wegekreuz.de\/?page_id=150"},"modified":"2021-02-12T14:47:02","modified_gmt":"2021-02-12T14:47:02","slug":"das-lager-gakowa-weitere-informationen-aus-anderen-quellen","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/neckar-donau-wegekreuz.de\/?page_id=150","title":{"rendered":"Das Lager Gakowa &#8211; Zeitzeugenberichte"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"905\" src=\"http:\/\/neckar-donau-wegekreuz.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Leicht-Zusammengepfercht-1024x905.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-558\"\/><figcaption>Sebastian Leicht: Zusammengepfercht im Hungerlager 1944-47. Archiv Freundeskreis der Filipowaer<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Das Vernichtungslager Gakowa<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Dorthin wurden zwischen dem 13.3. und dem 17.10.1945 die nicht arbeitsf\u00e4higen Personen deutscher Volkszugeh\u00f6rigkeit, \u00c4ltere und Kranke sowie M\u00fctter mit Kleinkinder bis zu 2 Jahren gebracht. In Gakowa wurden hauts\u00e4chlich die Deutschen aus der West-Batschka, f\u00fcr die Bezirke Sombor, Apatin und Hodschag interniert. <br> Urspr\u00fcngliche Einwohnerschaft von Gakowa : 2.700 Personen<br> Durchschnittliche Anzahl der Lagerinsassen:  17.000 Personen<br> Bestandsdauer des Lagers: 12.3.1945 bis Januar 1948<br> Todesf\u00e4lle:  mindestens 8.500 Personen davon sind 5.827 Personen namentlich erfa\u00dft. ( Aus der Gemeinde Filipowa sind von den hier ca. 3.100 Internierten Filipowaern 762 Personen verstorben)<\/p>\n\n\n\n<p><br>Haupts\u00e4chliche Todesursache: Unterern\u00e4hrung, Typhus, Ruhr, Malaria. <br> Die H\u00e4user waren  sieben fach \u00fcberbelegt. Bereits in den ersten zehn Monaten starben  ca. 4500 Personen.  In den H\u00e4usern lagen die Insassen  auf einer d\u00fcnnen Strohsch\u00fctte am Boden dicht nebeneinander und f\u00fcllten die Zimmer, K\u00fcchen, Kammern und selbst die leer stehenden Kuh-und Pferdest\u00e4lle. Donauschw\u00e4bische M\u00e4nner , wurden, zw\u00f6lf an der Zahl, zu &#8222;Gassenkommandanten&#8220; bestimmt. Sie hatten die Befehle der Lagerkommandatur weiterzugeben und vor allem die in ihren Gassen t\u00e4glich anfallenden Totenzahlen der Kommandantur zu melden.<\/p>\n\n\n\n<p><br> <em>Quelle: Verbrechen an den Deutschen in Jugoslawien 1944 &#8211; 1945, Arbeitskreis Dokumentation der Donauschw\u00e4b. Kulturstiftung, M\u00fcnchen 2000, ISSN 0172-5165-67<\/em><br> <\/p>\n\n\n\n<p> <br><strong>Robert Zollitsch, emerierter Erzbischof von \u201aFreiburg ermahnt, die Erinnerung wach zu halten. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>&#8222;Kaum eine andere deutsche Volksgruppe hatte unter dem Zweiten Weltkrieg und seinen furchtbaren Folgen so sehr zu leiden wie die Donauschwaben aus Jugoslawien, Rum\u00e4nien und Ungarn. Ihre Geschichte ist in den Jahren 1944 \u2013 1949 zur Passionsgeschichte, zur unvorstellbaren Leidensgeschichte geworden. Ihrer Opfer zu gedenken und die Erinnerung wach zu halten, ist und bleibt Auftrag der \u00dcberlebenden und der nachfolgenden Generation. Wer all die menschlichen Schicksale, das vielf\u00e4ltige Leid, die unfassbaren Geschehnisse um unsere Landsleute verdr\u00e4ngt, der macht sie ein weiteres Mal zu Opfern, zu Opfern des Vergessens. (\u2026)                                                                                                                                                    Der Opfer der donauschw\u00e4bischen Passion und Ihrer Leiden zu gedenken, hei\u00dft nachzufragen und sich Gedanken zu machen \u2013 Gedanken gegen das Vergassen so vieler Opfer und der von ihnen erlittenen Grausamkeiten. Wir wissen uns verbunden mit unseren Landsleuten, die unschuldig und auf grausame Art und Weise zu Opfern skrupelloser Machtinteressen, eines menschenverachtenden Nationalismus  und einer menschenvernichtenden Politik wurden.&#8220;<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"708\" src=\"http:\/\/neckar-donau-wegekreuz.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Gakowa-a-kl-1024x708.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-727\" srcset=\"http:\/\/neckar-donau-wegekreuz.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Gakowa-a-kl-1024x708.jpg 1024w, http:\/\/neckar-donau-wegekreuz.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Gakowa-a-kl-300x207.jpg 300w, http:\/\/neckar-donau-wegekreuz.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Gakowa-a-kl-768x531.jpg 768w, http:\/\/neckar-donau-wegekreuz.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Gakowa-a-kl-1536x1062.jpg 1536w, http:\/\/neckar-donau-wegekreuz.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Gakowa-a-kl-2048x1416.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Die Umnutzung des Ortes Gakowa zum Internierungslager. Quelle:  Archiv Freundeskreis der Filipowaer <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Zeitzeugenberichte aus dem Lager Gakowa<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Aus dem Tagebuch des Pfarrers Mathias Johler<\/strong>                                                             Mathias Johler wurde am 22.2.1913 in Filipowa geboren. Er wurde am 29. 6.1937 zum Priester geweiht. Johler war freiwilliger Lagerseelsorger. Er hat ein aufschlu\u00dfreiches Tagebuch hinterlassen, ohne literarischen Anspruch , aber zweifellos mit der Absicht, die Au\u00dfenwelt in gl\u00e4ubig-n\u00fcchterner Zeugenschaft \u00fcber himmelscreiendes Unrecht zu unterrichten. <\/p>\n\n\n\n<p>Die letzten Tagebucheintragungen, bevor er selbst am 10. Dezember 1945 an Typhus erkrankte und nach vier Wochen schweren Fiebers und zeitweiliger Bewusstlosigkeit \u00fcberlebte, lesen sich wie eine Sequenz des Todes:  <\/p>\n\n\n\n<p><em> 19.11.1945: Heute beerdige ich  den 1945sten hier im Lager. Die Zahl erinnert an die Jahreszahl unseres Heils.<br> 25.11.1945: Die Krankenzahl steigt von Tag zu Tag. Nach einer Sch\u00e4tzung des Arztes liegen nun 2000 Kranke und Gebrechliche welche der Pflege bed\u00fcrfen. Es ist keine Seltenheit, dass man in H\u00e4user kommt mit zehn bis 12 Kranken in einem Zimmer. Dazu w\u00fctet der Typhus unbarmherzig. Der LagerApotheker ist gestorben und der Arzt liegt auch schwer krank.<br> 1.12.1945: Nun hat der Herr auch aus der Mitte meiner Angeh\u00f6rigen ein Opfer angenommen: Die Schw\u00e4gerin ist tot. Heute soll sie beerdigt werden. In Gedanken versunken \u00fcber das Schicksal unserer Familie und \u00fcber das der kleinen Waisen Evi und Eugen ging ich zum Friedhof, um zu sehen, ob das Grab schon fertig sei. Wie ich eintrete, sehe ich zwei M\u00e4dchen stehend, frierend, zitternd und bitterlich weinend. -Ein gutes Wort und ich erfahre dass die Kinder ihre Mutter suchen. Sie erz\u00e4hlen mir, dass ein Wagen beim Hause vorgefahren sei und die Mutter aufgeladen habe. Arme Kinder, ich wei\u00df nun alles; es war der Totenwagen. \u201eJetzt sind wir ganz allein, klagt das \u00e4ltere elfj\u00e4hrige M\u00e4dchen, nur noch ein Br\u00fcderchen mit vier Jahren liegt daheim krank. Und wen tr\u00e4gst Du im Arm? \u201eDas ist mein Br\u00fcderchen, zehn Monate alt, sagte sie und dr\u00fcckte es, in ein Tuch geh\u00fcllt, an ihre schluchzende, zitternde Brust; doch vergebens, das Kind war tot. Erlk\u00f6nig von Goethe? Nein, ein Lagerkinderschicksal.<br> 3.12.1945: Schon l\u00e4ngere Zeit ist es den Tischlern verboten, S\u00e4rge f\u00fcr verstorbene Lagerleute zu zimmern. Nun d\u00fcrfen auch keine Grabkreuze mehr gefertigt werden.<br> 6.12.1945: In Sachen der Friedhofsarbeiter habe ich beim Intendant des Lagers interveniert. Um eine kleine Verbesserung der Kost habe ich angesucht. Als ich auf die t\u00e4glich zunehmende Sterbeziffer hindeutete, bekam ich ein sarkastisches \u201eHvala Boga\u201c (Gott sei Dank) zur\u00fcck.<br> 9.12.1945: Gestern waren zehn Dekagramm Brot pro Person, heute gab es \u00fcberhaupt kein Brot. Auch keine Suppe, nur einen Batzen Kukeruzschrot, ein wahres Schweinefutter. Dabei breitet sich Flecktyphus mit unheimlicher Schnelligkeit aus. Die B<\/em>enennung\u201c Vernichtungslager\u201c wird allem Anschein nach realisiert. Soeben erfahre ich,  dass unser Arzt Dr. Brandt, an Flecktyphus gestorben ist.<br> 13.12.1945: Schon der vierte Tag weder Suppe noch Brot f\u00fcr etwa 12.000 bis 13.000 Menschen. Kinder sind heute bis zu meinem Krankenbett gekommen, Brot zu betteln. Und ich habe selbst nichts. Rein nichts zu geben.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Januar 1946: Heute sind es gerade vier Wochen, da\u00df mich hohes Fieber ans Bett zwang. Einige Tage nachher erkrankte  auch der hiesige Pfarrer Dobler. Er hatte Flecktyphus , ich an Bauchtyphus. Beide haben wir mit dem Tode gerungen. Ihn rief heute der Herr des Lebens und des Todes in die Ewigkeit. R.i.P.) Ich aber bin mit Gottes au\u00dfergew\u00f6hnlicher Hilfe soweit, dass ich nun \u2013 wenn auch noch im Bett \u2013 diese Eintragung machen kann.<br> 9.6.1946: Was man schon l\u00e4ngere Zeit bef\u00fcrchtet, ist zur Wirklichkeit gewortden: Die Grabkreuze werden von den Gr\u00e4bern gerissen und zum Brennholz geworfen. Die Grabh\u00fcgel werden der Erde gleich gemacht. Wie bei Verbrechern. Wohl hat noch nichts so tief unsere Leute ersch\u00fcttert wie diese Verordnung.<br> 14.2.1946: Not leiden ist schwer. Nicht helfen k\u00f6nnen ist aber schwerer. Und nicht helfen d\u00fcrfen am schwersten.Das wei\u00df ich jetzt wo ich allem zusehen und zuh\u00f6ren mu\u00df, jedoch nicht mal den Sterbenden beistehen darf.<br> 29.6.1946   Der erste Transport der eltenlosen Kinder wurde heute in aller Eile per Lastauto abtransportiert. Nichts durften die Kinder mitnehmen, keine Kleider, keine Andenken an die Eltern. Angeblich werden sie zur Erholung gebracht.<br> 18.7.1946: Schon gestern wurde irgendwie bekannt, dass die Kinder aus den Kinderheimen \u2013 es handelt sich um 700 bis 800 Kinder \u2013 fortgeliefert w\u00fcrden. Heute  morgen  wurden tats\u00e4chlich circa 550 Kinder zur Bahnstation gef\u00fchrt. Niemand wei\u00df wohin? Unheimlich verschwiegen ging alles zu. Die noch verbliebenen Kinder, die bis jetzt bei den Gro\u00dfeltern oder Verwandten untergebracht sind, m\u00fcssen abgegeben werden, damit f\u00fcr sie eine bessere Zukunft besorgt werden kann. Zum Schmerz der betroffenen Angeh\u00f6rigen wurde noch dieser Hohn und Spott dazugef\u00fcgt. Dabei wurde zugleich gedroht: \u201eWer die Kinder nicht bringt, wird erschossen\u201c.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Quelle: Bild einer Donauschw. Gemeinde Bd. 6, Seite 144 \u2013 Filipowaer Heimatbrief Nr. 4\/ 1964 Seite 8 ff\/ Leidensweg der Donauschwaben \/ Donauschw. Kulturstiftung 1995 &#8211; Band 3, Seite 286  &#8211; 318\/ Donauschw\u00e4b. Martyrologium  Herausgeber Gerhardswerk Stuttgart 2016 Seite 270 -280.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><br><strong>Kaplan Mathias Johler berichtet weiter:<\/strong><br> Die letzten Tagebucheintragungen, bevor er selbst am 10. Dezember 1945  an Typhus erkrankte und nach vier Wochen schweren Fiebers und  zeitweiliger Bewusstlosigkeit \u00fcberlebte, lesen sich wie eine Sequenz des  Todes: <br> <em>\u201e25. November 1945. Schon einige Tage ungesunde, nasskalte Witterung. Die Krankenzahl steigt von Tag zu Tag. Nach einer Sch\u00e4tzung des Arztes liegen um die 2000 Kranke und Gebrechliche, die der Pflege bed\u00fcrften. Es ist keine Seltenheit, dass man in H\u00e4user kommt mit zehn bis zw\u00f6lf Kranken in einem Zimmer. Der Typhus w\u00fctet unbarmherzig weiter. Der Lager-Apotheker ist gestorben, und der Arzt ist auch schwer krank \u2026<br> 1.Dezember 1945. Nun hat der Herr auch aus der Mitte meiner Angeh\u00f6rigen ein Opfer angenommen: Die Schw\u00e4gerin ist tot. Heute soll sie beerdigt werden. In Gedanken versunken \u00fcber das Schicksal unserer Familie und \u00fcber das der kleinen Waisen Evi und Eugen ging ich zum Friedhof, um zu sehen, ob das Grab schon fertig sei. Wie ich jedoch eintrete, sehe ich vor dem weitge\u00f6ffneten Tor der Totenkammer zwei M\u00e4dchen stehen, frierend, zitternd und bitterlich weinend. Ein gutes Wort, und ich erfahre, dass die Kinder ihre Mutter suchen. Eine Frage, und sie erz\u00e4hlen mir, dass ein Wagen beim Hause vorgefahren sei und die Mutter aufgeladen habe. Arme Kinder, ich wei\u00df nun alles; Es war der Totenwagen. \u201aJetzt sind wir ganz allein\u2019, klagte das \u00e4ltere, elfj\u00e4hrige M\u00e4dchen, nur noch ein Br\u00fcderchen mit vier Jahren liegt daheim krank. Und wen tr\u00e4gst denn du im Arm?\u2019 frage ich. \u201aDas ist auch mein Br\u00fcderchen, zehn Monate alt\u2019, sagt sie und dr\u00fcckt es, in ein Tuch geh\u00fcllt, an die schluchzende, zitternde Brust; doch vergebens; das Kind war tot. Erlk\u00f6nig von Goethe? Nein, ein Lagerkinderschicksal.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>6. Dez. 1945: In Sachen Friedhofsarbeiten habe ich beim Indentant des Lagers interveniert. Um eine kleine Verbesserung der Kost habe ich angesucht. Als ich auf die t\u00e4glich ansteigende Sterbeziffer hindeutete bekam ich eine sarkastisches \u201eHvala Boga\u201c (Gott sei Dank) zur\u00fcck.<br> 9. Dezember 1945. Gestern waren es zehn Dekagramm (hundert Gramm, Red.) Brot pro Person, heute gab es \u00fcberhaupt keines. Auch keine Suppe, nur einen Batzen Kukuruzschrot, ein wahres Schweinefutter, und der Flecktyphus verbreitet sich mit unheimlicher Schnelligkeit. \u2013 Die Bezeichnung Vernichtungslager wird der schrecklichen Wirklichkeit gerecht. Soeben erfahre ich, dass unser Arzt Dr. Brandt an Flecktyphus gestorben sei. Mir ist es auch bis jetzt noch nicht gelungen, eine Schutzimpfung zu bekommen.\u201c<\/em><br> <br>  <em>Quelle: Paul Mesli\/Franz Schreiber\/Georg Wildmann: Filipowa &#8211; Bild einer donauschw\u00e4b. Gemeinde, Bd. 6: Kriegs-und Lageropfer, Wien 1985, Seite 144<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img src=\"http:\/\/neckar-donau-wegekreuz.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Leicht-die-Flucht-863x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-561\"\/><figcaption>Sebastian Leicht: Die Flucht. Archiv Freundeskreis der Filipowaer<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><br><strong>Zeitzeugin Magdalena Brenner (Mutter von sieben T\u00f6chtern) berichtet:<\/strong><br><\/p>\n\n\n\n<p>Die Mutter von sieben T\u00f6chtern schreibt \u00fcber das Schicksal ihrer Familie; der Mann und zwei Schwiegers\u00f6hne waren beim Milit\u00e4r, die Deportation ihrer Tochter zur Zwangsarbeit nach Ru\u00dfland, dann die Einbeziehung weiterer vier T\u00f6chter zur Zwangsarbeit in der Batschka Anfang 1945 und wie sie mit den zwei J\u00fcngsten T\u00f6chtern Viktoria (12) und Katharina (9) sowie den beiden kleinen Enkelkindern am 31. M\u00e4rz 1945 aus dem Haus getrieben und im Anschlu\u00df nach Gakowa transportiert wurde.  In der Folge erz\u00e4hlt sie vom gro\u00dfen Sterben , das um Weihnachten 1945 einsetzte, wie sie selbst und die vier ihr anvertrauten Kinder von der ausgebrochenen Typhusepidemie nicht verschont blieb. Sie  f\u00e4hrt fort: <\/p>\n\n\n\n<p><em>&#8222;Am 14. J\u00e4nner 1946 \u00fcberrumpelte uns ein gro\u00dfer Schneesturm. Wir waren nicht mehr so krank. Wir hatten nichts zu essen. Der Hunger war etwas furchtbares. In dieser st\u00fcrmischen Nacht kam \u00fcberraschend mein Mann mit einem Grenzf\u00fchrer von Gara\/Ungarn ins Lager. Er fand uns nach 16 Monaten in diesem Zustand. Es war eine gro\u00dfe Freude. Er wollte uns aus dem Lager heraus holen. Dann kam das Furchtbare.  Im Lager wurde der Befehl ausgegeben, dass die Kranken umgesiedelt werden m\u00fcssten.                                                                                                                         <br>Sie kamen in eine andere Gasse. Die Kinder und die Alten extra. Dies ausgerechnet in diesem furchtbaren Schneesturm, der \u00fcber Gakowa tobte. Man konnte sich gewiss nichts Schlimmeres und Verh\u00e4ngnisvolleres erdenken, als Tausende Todkranke von ihrem Krankenlager aufzutreiben, in den Schneesturm zu treiben oder sie hinauszutragen, um sie umzusiedeln. Es gab keinen Ausweg. Man drohte jedem, der dem Befehl nicht nachkam und nachher erwischt werden sollte, mit der standrechtlieben Erschie\u00dfung. Man musste aufstehen und gehen. Partisanen kamen in die H\u00e4user, br\u00fcllten herum und trieben die Leute einfach auf die Stra\u00dfe. Es gab in der Zeit Tausende Kranke, die \u00fcberhaupt nicht gehen konnten. Man lud sie auf Schubkarren und wanderte mit ihnen auf der Stra\u00dfe in dem gro\u00dfen Schneesturm herum, bis man endlich in einem Haus ein neues Pl\u00e4tzchen fand. Viele Kranke hatten niemanden mehr, der sie wegbringen konnte. So krabbelten diese in dem Schneetreiben wie kriechende Tiere herum. Viele starben an diesem Tage auf der Stra\u00dfe im Schneesturm. Das war ja auch von der Lagerleitung so ausgedacht, denn es sollten immer mehr Menschen von uns auf die Seite geschafft werden. Noch mehr starben in den folgenden Tagen. Die Kranken kamen in den neuen Zimmern auf kaltes Stroh. Wie sollte da eine Genesung m\u00f6glich sein? Wer diesen Tag als Kranker \u00fcberstanden hat, kann es wohl als ein Wunder betrachten. Auch mich betraf die Umsiedlung.                                                                                                                                                            <\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em> Und gerade in diesem schrecklichen Schneetreiben war mein Mann gekommen um uns mitzunehmen. Ich hatte 40 Grad Fieber und die kleine Elisabeth und Monika ebenso. Ein fl\u00fcchten in diesem Zustand war nicht m\u00f6glich. Er sah ein, dass wir alle zu schwach sind, er wollte nun zur\u00fcck um sp\u00e4ter wieder zu kommen. Nur unsere Tochter Maria schloss sich ihrem Vater mit dem f\u00fcnf j\u00e4hrigen Martin und Tochter Viktoria an. Es war f\u00fcr uns eine gro\u00dfe Aufregung, alles an einem Tag, Ankunft des Mannes, die Umsiedlung der Kranken und der Fluchtversuch eines Teils der Familie. Es war ein Wagnis auf Leben und Tod. Am Abend des 16.1.1946 schlichen sich mein Mann, die Tochter Viktoria und Maria mit dem Kind aus dem Lager. Der Fluchtf\u00fchrer ein junger Mann aus einer Nachbargemeinde nahm auch seine Familie und Angeh\u00f6rige mit. Es war leicht bei diesem Schneesturm aus dem Lager zu kommen , aber der Weg \u2026? Der Weg im tiefen Schnee war f\u00fcr die Schwachen  kaum genesenen Lagerleute furchtbar schwer, sie irrten herum. Bald waren einige den Strapazen nicht mehr gewachsen. Zuerst die Schwiegermutter des Fluchtf\u00fchrers, dann seine Frau. Sie starben beide 1 km vor der ungar. Grenze auf freiem Feld im Schnee. Mein Mann versuchte nun allein mit seinen T\u00f6chtern weiter zu kommen, doch er fand nicht den richtigen Weg. So entschloss er allein den richtigen Weg zu suchen die Kinder sollten sich ausruhen. Als er zur\u00fcck  kam, ging es Maria nicht mehr gut. Da raffte sie mein Mann auf und f\u00fchrte sie zu einem Maislaubhaufen. Hier ca. 1 km vor der Grenze, suchten sie Zuflucht. Maria wurde immer Schw\u00e4cher und kurz darauf starb sie in den Armen ihres Vaters im Maisstrohhaufen. Sie best\u00fcrmten den Himmel im Gebet. Mein Mann raffte sich auf um weiter nach dem Weg nach Ungarn zu suchen, Er wurde nun von einem Grenzposten gefangen. Er musse die tote Tochter zur\u00fccklassen. Mein Mann , Viktoria und der kleine Martin wurden nun nach Rigitza aufs Kommando getrieben. Dort wurden sie misshandelt und in den Keller gesperrt. Nach ein paar Tagen holte man sie wieder heraus zum Verh\u00f6r. Der Kommandant diktierte: \u201eTod durch erschie\u00dfen\u201c. Sie wurden nun auf die Gasse vor der Kommandantur getrieben und mussten sich in den Schnee setzen. Ein Partisan riss dass Fenster auf und richtete das Gewehr auf sie. Im letzten Moment kam ein anderer Partisan und schob ihn weg und machte das Fenster wieder zu. Nachher trieb man sie in das Lager nach Kruschiwl. Der Weg war furchtbar, der viele Schnee, die K\u00e4lte und die Folterungen. Sp\u00e4ter fand die Familie \u00fcber Gakowa wieder zusammen und konnte \u00fcber die Grenze nach Ungarn fl\u00fcchten.&#8220;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Quelle: Madalena Brenner, geb. Held *1894 -Filipowaer Heimatbrief 12\/1969, Seie 24 ff und  Leidensweg der Deutschen im komm. Jugodl.-Band 3-Donauschw. Kulturstiftung 1995 Seite 373 -376 \u2013 Bericht gek\u00fcrzt.<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"793\" src=\"http:\/\/neckar-donau-wegekreuz.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Leicht-Fluchtversuch-1024x793.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-560\"\/><figcaption>Sebastian Leicht: Fluchtversuch. Archiv Freundeskreis der Filipowaer<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><br> <em>Quelle: Paul Mesli\/ Franz Schreiber\/ Georg Wildmann &#8211; Bild einer Donauschw. Gemeinde, Bd. 6: Kriegs-und Lageropfer, Wien 1985, Seite 157<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Quelle: Vorwort des Buches \u201eDonauschw\u00e4bisches Martyrologium\u201c ISBN 978-3-86417-084-3<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der schreckliche Winter 1945-1946 im Lager Gakowa                                                               von Georq Offenb\u00e4cher *1930 \/Cleveland\/Ohio<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es herrschte Winter im Todeslager Gakowa. Der Winter 1945-1946,war ein schrecklicher Winter, denn es gab kaum eine M\u00f6glichkeit zum Betteln zu gehen. Der Schnee lag tief und man konnte sich nirgends verstecken, da alle Bl\u00e4tter von den B\u00e4umen abgefallen waren und eine kahle Landschaft hinterlie\u00dfen. Die Titopartisanen hatten das einst vertr\u00e4umte D\u00f6rfchen Gakowa in eine H\u00f6lle auf Erden verwandelt, wo wir zusehen mussten, wie der Eine und der Andere dahinsiechte. Hatten wir im Sommer die M\u00f6glichkeiten, uns aus dem Lager zu schleichen, um bei Bauern zu arbeiten und betteln zu gehen, so gab es jetzt nur eines: beten und hoffen, dass wir diese schweren Zeiten \u00fcberleben.<br> Die&#8216; Bretterz\u00e4une und Dachbodenlatten waren schon l\u00e4ngst f\u00fcr Brennholz aufgebraucht und es wurde t\u00e4glich k\u00e4lter. Nun waren wir froh, wenn wir ein paar Bohnen, eine Bl\u00e4ttchen Kraut oder ein St\u00fcckehen Kartoffel in der Einbrennsuppe fanden. Es gab jetzt Kuhr\u00fcben. die zum gr\u00f6\u00dften Teilbereits angefault waren, und .hartes schimmeliges Maisbrot zum Essen. Das Brot war hart genug, um dem Tito ein Loch in den Kopf zu schlagen, so sagten die Leute. <br> T\u00e4glich starben nun mehr und mehr Menschen. In den Massengr\u00e4bern h\u00e4uften sich die Leichen. Auf dem Friedhof war kein Platz mehr f\u00fcr die Toten. Es wurde ein gro\u00dfes Massengrab hinter dem Friedhof gegraben, und als dieses voll war ein zweites, sp\u00e4ter ein drittes und noch mehr. Der Geruch der Toten in den Massengr\u00e4bern wurde von Tag zu Tag st\u00e4rker und st\u00e4rker, bis der Geruch das ganze Dorf und die Gegend weit dar\u00fcber hinaus erfasste.                                                                                                                                               Einer der bekanntesten, grausamsten und daf\u00fcr am meisten gef\u00fcrchteten Lagerkommandanten war Grabic, auch Suco (Schutzo) genannt, ein aus Syrmien stammender Partisan, der seine Kommandantur im September 1945 antrat und uns zehn Monate lang schikanierte. Unter seiner barbarischen Leitung gelang es ihm, vielen unserer donauschw\u00e4bischen Landsleute gro\u00dfen Kummer, Leid und Schmerzen hinzuzuf\u00fcgen, bis sie nicht mehr konnten.  Suco war derjenige, der die vielen sinnlosen Himjchtungen.anordnete. Eines Tages mussten wir Kinder vor der Kirche antreten, um dort mehrere Stunden zu warten, bis zwei Partisaninnen aus dem Gef\u00e4ngnis kamen und sechs oder sieben Gefangene herausbrachten. Sie stellten Leute vor der Kirche auf und schossen sie mit ihren Maschinenpistolen erbarmungslos nieder. Die Kinder mussten danach die Toten auf den Wagen laden und zum Friedhof fahren. Auch diese grausame Tat, die sicherlich als abschreckendes Beispiel dienen sollte, konnte den Strom der Bettler nicht aufhalten. Wir hatten nur die Wahl, stehlen oder betteln zu gehen, um eine M\u00f6glichkeit zum  \u00dcberleben zu haben &#8211; mit dem Risiko, dabei gefangen und erschossen zu werden.<br> Auch Kindern blieb dieses Los erschossen zu werden nicht erspart. Als eines Tages 17 Kinder gefangen wurden, die vom Betteln nach Gakowa zur\u00fcckkehrten, f\u00fchrte man sie am n\u00e4chsten Tage zu den Massengr\u00e4bern und lie\u00df sie erbarmungslos erschie\u00dfen. Das \u00e4lteste der Kinder war 14 Jahre alt und das j\u00fcngste Kind war ein vier Jahre altes M\u00e4dchen, welches von ihrer Schwester zum Betteln mitgenommen worden war&#8220;. Nach diesem Vorfall versuchten die Partisanen eine neue Methode. Jedesmal wenn ein Kind jetzt gefangen wurde, zwangen sie dieses Kind den Partisanen zu sagen, wer und wo seine Angeh\u00f6rigen sind. Auf diese Weise wurden jetzt die Angeh\u00f6rigen der Kinder bestraft. Mein Bruder Jakob, der heute im State New York wohnt, war damals gerade 10 Jahre alt, als er von den Partisanen erwischt wurde. Man versuchte ihn zu zwingen, den Namen seiner Mutter zu nennen. Er jedoch verweigerte dies zu tun, und wurde daraufhin an den Beinen festgebunden und in einen Brunnen hinunter gelassen, bis sein Kopf unter dem Wasser war. Man zog ihn dann wieder hoch. Aber immer wieder verweigerte er es den Namen seiner Mutter preiszugeben. Erst als er dem Tode nahe war, lie\u00df man ihn laufen. Heute noch leidet Jakob gesundheitlich von diesem Vorfall.<\/p>\n\n\n\n<p> <em>Quelle:   Martyrologium der Donauschwaben\/Herausgeber Gerhardswerk Stuttgart 2016 Seite 127\/ Filipowaer Heimatbrief 66\/ 2003 Seite 105\/6 und Hans Kopp -The History oft the Danube Swabians in word and pictures -The last generation forgotten &#8211; die Nachkriegserinnerungen eines Kindes, Cleveland, Ohio, 1999, S.122-140<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kindheit im Todeslager <\/strong>                                                                                                                              <\/p>\n\n\n\n<p>Aufzeichnungen des damals (1945) achtj\u00e4hrigen Adam Kupferschmidt, heute lebt er in Backnang:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Umzug ins Haus von elternlosen Kindern<\/strong><br> Wir mussten mehrmals in den 2 Jahren, welche wir in dem Elendslager verbrachten umziehen. D. h. alle Lagerbewohner einer bestimmten Gasse mussten aus ihren Unterk\u00fcnften raus und sich immer wieder dem endlosen Elendszug anschlie\u00dfen. Dies geschah meist im Winter, so wollten die Partisanen die Todesrate beschleunigen. Ich erinnere mich noch, dass wir 1x auf eine Wiese getrieben wurden, wir mussten dort stundenlang warten. Verschiedene Leute wurden registriert, es hie\u00df, dass sie die Leute nach ihren Familiennamen selektierten, . Wer einen deutsch klingenden Namen hatte kam auf die eine Seite und wer einen nicht Deutsch klingenden Namen hatte, kam auf die andere Seite. Nach einigen Stunden wurde diese Selektion wieder aufgegeben und alle wurden wieder ins Lager zur\u00fcckgetrieben. Wir mussten uns nun eine neue Unterkunft suchen, da unsere alte Unterkunft von anderen Lagerleuten schon besetzt war. So kamen wir in die Kolutergasse (letzte Kreuzgasse Richtung Ungarn), in ein Haus, indem auch elternlose Kinder untergebracht waren. Diese ausgemergelten, verlausten und unterern\u00e4hrten K\u00f6rper mit ihren eingefallenen Augen, vergesse ich mein Leben lang nicht mehr. Es hat sich nach der Beobachtung unserer Mutter  niemand um die Kinder gek\u00fcmmert. Ich begegnete den Kindern beim Toilettegang, sie bewegten sich unsicher, taumelnd, und schwach. Die hygienischen Verh\u00e4ltnisse in diesem Haus waren furchtbar. Es war niemand da der eine Latrine grub und die alte Latrine war randvoll, man konnte sie nicht mehr betreten. Die Leute gingen nun ins freie Gel\u00e4nde hinter den Schuppen. Die elternlosen Kinder setzten ihr H\u00e4uflein \u00fcberall hin, wenn man ins freie Gel\u00e4nde wollte   mu\u00dfte man durch den Hof , wo ein H\u00e4uflein nach dem anderen lag. Das schlimmste was wir mit ansehen mussten war wenn ein Kind gestorben war und ein Geschwisterkind \u00fcbrig blieb, das tote Kind wurde mit dem Schubkarren zum Friedhof gefahren, gefolgt von  dem schon halb verhungerten  Bruder oder Schwester.<br> Eines Tages waren dann die Kinder nicht mehr da, es hie\u00df, dass die Kinder nach Serbien abtransportiert wurden. In diesem Haus waren wir etwa 3 Monate (ca. Febr.  bis April  1946). <br> Danach wechselten wir in das Nachbarhaus, in welchem mehrere Filipowaer Landsleute lebten. Dies war m\u00f6glich nachdem eine andere Familie aus dem Haus gefl\u00fcchtet war und Platz frei wurde.  <\/p>\n\n\n\n<p> <strong>Eine unfassbare Bluttat<\/strong><br> In diesem Haus, ist vor unserem Einzug, im kalten Winter 1945\/1946 eine grausames brutales vors\u00e4tzliches Verbrechen ver\u00fcbt worden. Dies wurde uns, meiner Mutter und mir von verschiedenen Zeugen des Vorfalls berichtet und immer wieder wenn wir uns treffen kommen wir auf dieses grausame Verbrechen zu sprechen. Zwei dieser Zeugen sind noch am Leben  und k\u00f6nnen diese Bluttat bezeugen.<br> In dem Haus lebten auch die deutsche Hausbesitzerin, eine Mutter mit ihrem etwa 15 j\u00e4hrigen Sohn und einer etwa 17 j\u00e4hrigen Tochter. Diese 3 Personen waren, da sie noch in ihrem Haus lebten, gut gen\u00e4hrt und besser als die anderen Lagerleute, gekleidet. Auf dieses M\u00e4dchen wurde ein Partisan aufmerksam  und versuchte an sie heran zu kommen. So war dieses Haus unter besonderer Beobachtung eines jungen Partisanen.<br> Es war wie schon erw\u00e4hnt ein kalter Winternachmittag und es schneite an diesem Tag. Auf der Gasse gingen verschiedene Menschen und suchten Quartier. Sie wurden von einer anderen Gasse vertrieben. Die Menschen schauten auch in diesem Haus nach einem freien Pl\u00e4tzchen. <br> So kam es, dass eine Frau mit 3 kleinen  Kindern und ihrem B\u00fcndel, durchn\u00e4sst und vor K\u00e4lte schlotternd,  in ein Zimmer dr\u00e4ngte in dem eine Feuerstelle war und bat f\u00fcr sich und ihre Kinder doch Einlass zu gew\u00e4hren. Die Hausbewohner lehnten dies ab, da doch kein Platz mehr vorhanden war. Die Frau lie\u00df sich nicht vor die T\u00fcr setzen und so kam es zu einer lautstarken Auseinandersetzung. Diesen lauten Wortwechsel hat der um das M\u00e4dchen werbende und immer wieder um das Haus schleichende Partisan nun zum Anlass genommen, in die Stube zu kommen und auf seine Weise f\u00fcr Ruhe zu sorgen. Er trieb die verzweifelte Frau mit ihren 3 weinenden Kinder hinaus auf die verschneite und kalte Stra\u00dfe. Die Frau wehrte sich und wollte nochmals zur\u00fcck, da griff  der Partisan nach seiner Waffe und streckte die Frau brutal nieder. Blut\u00fcberstr\u00f6mt sackte die Frau zusammen. Die 3 weinenden Kinder schrien und weinten um ihre Mutter doch niemand traute sich hinaus. Ein Augenzeuge (er war damals 13 Jahre alt) berichtete, dass er nach etwa einer halben Stunde verstohlen und ver\u00e4ngstigt wieder auf den Hof ging und er sah die Frau noch unter dem Schnee liegen. Es schneite weiter und bei n\u00e4herem Hinsehen sah er, was  das Schreckliche noch schrecklicher machte, die Frau atmete noch, der frisch gefallene Schnee bewegte sich \u00fcber dem sterbenden K\u00f6rper der Frau. Die Kinder waren nach Schilderung dieses Augenzeugen zu diesem Zeitpunkt nicht mehr auf der Stra\u00dfe, ihre Identit\u00e4t und ihr Schicksal blieb unbekannt. Am n\u00e4chsten Morgen war der Platz leer, nur Blutspuren im Schnee waren noch zu sehen. (Zeugen dieser Bluttat; Konrad G. geb, 1935, wohnhaft Wien und Franz R. geb, 1932, wohnhaft Ditzingen), <\/p>\n\n\n\n<p><em>Quelle: Filipowaer Heimatbrief Nr.67\/ 2006 \/S. 94 -96<\/em> <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Vernichtungslager Gakowa Dorthin wurden zwischen dem 13.3. und dem 17.10.1945 die nicht arbeitsf\u00e4higen Personen deutscher Volkszugeh\u00f6rigkeit, \u00c4ltere und Kranke sowie M\u00fctter mit Kleinkinder bis zu 2 Jahren gebracht. In Gakowa wurden hauts\u00e4chlich die Deutschen aus der West-Batschka, f\u00fcr die Bezirke Sombor, Apatin und Hodschag interniert. 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