{"id":747,"date":"2019-06-06T10:02:28","date_gmt":"2019-06-06T10:02:28","guid":{"rendered":"http:\/\/neckar-donau-wegekreuz.de\/?page_id=747"},"modified":"2021-06-25T08:21:15","modified_gmt":"2021-06-25T08:21:15","slug":"filipowa-1763-bis-1945-eine-erinnerung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/neckar-donau-wegekreuz.de\/?page_id=747","title":{"rendered":"Filipowa  &#8211; eine Erinnerung. 1763 bis 1945"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Betrachtungen unserer Geschichte<\/strong> \u2013 <br \/>Dr. Georg Wildmann<\/p>\n<p><strong>Zeit der Ansiedlung<\/strong><br \/>Nachdem die Batschka von der Herrschaft der Osmanen befreit war, \u2013 der Sieg <br \/>Prinz Eugens bei Senta 1697 bildete den entscheidenden Wendepunkt \u2013 war das <br \/>Landgut Philippowa ohne adeligen Grundherren, daher hat es die kaiserliche <br \/>Hofkammer in Wien verpachtet. Kaiserin Maria Theresia hob 1762 die Pacht auf <br \/>und befahl die Kolonisation, eben als sie dabei war, mit Friedrich II. von Preu\u00dfen <br \/>Frieden zu schlie\u00dfen. Sie verlor Schlesien an Preu\u00dfen, gewann aber durch ihre <br \/>kolonisatorische Leidenschaft ein wirtschaftlich und kulturell aufsteigendes <br \/>Ungarn, dessen K\u00f6nigin sie war, hinzu. Unsere Ansiedlung verdankt sich also dem <br \/>Beginn einer Friedenszeit. Und weil nach 150 Jahren T\u00fcrkenzeit nur wenige <br \/>Bauern und noch weniger Handwerker in der Batschka lebten und sehr viel brach <br \/>liegendes Land vorhanden war, beschloss sie, aus ihren deutschen und b\u00f6hmischen <br \/>Erbl\u00e4ndern, aber auch aus den L\u00e4ndern des Reiches Kolonisten anzuwerben. Die <br \/>Kolonisten kamen aus dem heutigen Schwaben, aus Baden, aus der Pfalz, aus dem <br \/>Elsass, aus Lothringen, aus M\u00e4hren, B\u00f6hmen und \u00d6sterreich. Das alles begann vor <br \/>255 Jahren. Und f\u00fcr viele, die meisten, begann die eigentliche Reise in Ulm.<\/p>\n<p>Der kaiserliche Ansiedlungsleiter war Baron Anton von Cothmann. Dieser schickte <br \/>1763 die ersten 50 Familien nach Filipowa. Weitere kamen hinzu und schon im <br \/>Herbst standen 75 H\u00e4user aus gestampfter Erde! Im n\u00e4chsten Jahr trat der erste <br \/>Pfarrprovisor sein Amt an. Und das Bethaus, ebenfalls aus Erde gestampft und mit <br \/>Rohr gedeckt, den Aposteln Philipp und Jakob gewidmet, war am Palmsonntag <br \/>1764 auch fertig und wurde geweiht.<br \/>Um 1772, rund 10 Jahre nach Ansiedlungsbeginn, waren es 250 H\u00e4user und mehr <br \/>als 1000 Bewohner. Und 20 Jahre nach der Ansiedlung waren es trotz der hohen <br \/>Kindersterblichkeit schon 1600 Einwohner. Unsere Ahnen haben dazu beigetragen, <br \/>dass das Land im S\u00fcdosten des Reiches ein Land der Kultur nach europ\u00e4ischem <br \/>Standard wurde.<\/p>\n<p>In den 182 Jahren des Bestandes der Gemeinde Filipowa (1763-1945) verzeichnet <br \/>der Ort 15 gro\u00dfe Heimsuchungen:<br \/>Es gab drei gro\u00dfe \u201eWasserjahre\u201c (1785, 1855, 1870\/71) durch aufsteigendes <br \/>Grundwasser. Das gr\u00f6\u00dfte war 1785. Von den rund 1700 Einwohnern sind in diesem <br \/>Jahr 171, also 10 % verstorben. Das Wasser lie\u00df zahllose gestampfte H\u00e4user <br \/>zusammenfallen. Man ersuchte den Kaiser Joseph II. um Erlaubnis, das Dorf <br \/>andernorts neu aufzubauen und um Nachlass der Steuer. Der Nachlass der Steuer <br \/>wurde gew\u00e4hrt. 1786 hat der mit vereinten Kr\u00e4ften ausgehobene Teichgraben geholfen.<\/p>\n<p>Daher kursierte der Spruch: \u201eAlles was wir haben, verdanken wir dem <br \/>Graben.\u201c<\/p>\n<p>Es gab vier gro\u00dfe Choleraepidemiejahre (1829, 1831,1836, 1849). Beim <br \/>zweitgr\u00f6\u00dften, 1836, gab es an einem Tag zusammen mit dem Pfarrer waren es 15 <br \/>Tote. Das gr\u00f6\u00dfte Cholerajahr, jenes von 1849, war auch das gr\u00f6\u00dfte Totenjahr der <br \/>Ortsgeschichte: es starben 326 von rund 2500 Ortsbewohnern, also 13 Prozent in <br \/>einem Jahr.<\/p>\n<p>Es gab f\u00fcnf gro\u00dfe Dorfbr\u00e4nde (1832, 1852, 1861,1862 und 1863). 1832 brannten <br \/>80 H\u00e4user ab, beim gr\u00f6\u00dften, dem von 1861, brannte ein gro\u00dfer Teil des Dorfes ab. <br \/>Von den etwa 400 H\u00e4usern wird es schon die H\u00e4lfte gewesen sein. Und auch die <br \/>Heuschrecken haben das Dorf zweimal nicht verschont.<\/p>\n<p>Es gab mehrere schwere Hagelgewitter, eines vernichtete 80 Prozent der Ernte; <br \/>zweimal wurde dabei der Kirchturm heruntergerissen. Am 23. Mai 1866 erfroren <br \/>alle Saaten \u2013 es wurde das Jahr des Kukuruzbrotes.<\/p>\n<p>Die gr\u00f6\u00dfte Heimsuchung bildeten die letzten drei Jahre des Bestandes des Dorfes <br \/>1945-1948. Diese drei Jahre forderten 1181 Ziviltote: Die Ermordung der M\u00e4nner, <br \/>die Deportation nach Russland und in die Arbeits- und Vernichtungslager 1945, das <br \/>sind 22 Prozent Verlust durch Verfolgung und Vertreibung.<br \/>Die Ermordung von 212 M\u00e4nnern aus einem Ort, an einem Ort, in einer Nacht ist <br \/>das gr\u00f6\u00dfte an Deutschen ver\u00fcbte Pogrom in der Batschka. So geschehen am 25. 11. <br \/>1944. Erschreckend ist der Blutzoll der M\u00e4nner des aktivsten Alters: 215 <br \/>erschossen, 28 in der Russlanddeportation verstorben, 232 als Soldaten gefallen <br \/>oder vermisst: insgesamt 475 M\u00e4nner des aktivsten Lebensalters. Alle Opfer <br \/>insgesamt belaufen sich auf 1413 Personen, das sind 26,7 Prozent der zuletzt 5 306 <br \/>Einwohner z\u00e4hlenden Gemeinde.<\/p>\n<p>Die gro\u00dfen Freuden sind schwer zu konstatieren, jedenfalls d\u00fcrften die <br \/>Fertigstellung der Kirche 1806, die Er\u00f6ffnung der Klosterschule 1905 und das <br \/>Heimatfest vor 80 Jahren, 1938, festliche H\u00f6hepunkte gewesen sein.<\/p>\n<p>Charakteristik: Filipowa ist der Ort des gr\u00f6\u00dften Kinderreichtums unter den <br \/>deutschen Gemeinden der Batschka, besonders bekannt ist er mit der wohl als <br \/>sensationell zu nennenden Tatsache, dass er in den letzten 50 Jahren seines <br \/>Bestandes bei einer durchschnittlichen Seelenzahl von<br \/>5000 \u2013 133 Ordensschwestern und 50 geistliche Berufe hervorgebracht hat, jene, <br \/>die den geistlichen Beruf nur eine gewisse Zeit ausge\u00fcbt haben, nicht mitgez\u00e4hlt. <br \/>Ehescheidungen sind zwischen Ansiedlung und Vertreibung keine registriert.<\/p>\n<p><strong>Die emotionale Last des Br\u00fcckenschlages 75 Jahre nach<\/strong><br \/><strong>der Vertreibung.\u00a0 Trauma des Heimatverlustes.<\/strong> <br \/>Als erstes sollte man bedenken, dass die f\u00fcr die Vertriebenengeneration die <br \/>Vertreibung, zus\u00e4tzlich zum Verlust an lieben Angeh\u00f6rigen, auch den Verlust ihrer <br \/>ganzen Lebenswelt bedeutete \u2013 und die Notwendigkeit, eine neue Heimat zu finden <br \/>und eine neue Existenz aufzubauen. Vielen der \u00c4lteren ist dies zwar mit dem <br \/>Verstand, nicht aber mit dem Herzen gelungen. Der Verstand erwarb sich Beruf, <br \/>Haus, Familie, das Herz blieb daheim in der Welt, in der man geboren war.<br \/>Schwere Menschenverluste, die Donauschwaben Jugoslawiens beklagen insgesamt <br \/>20 % Verlust ihrer Bev\u00f6lkerung durch den 2. Weltkrieg, die Gemeinde Filipowa <br \/>beklagt 27%.<\/p>\n<p><strong>Schwere Vem\u00f6gensverluste:<\/strong> <br \/>Den seit 180 Jahren in Filipowa lebenden Donauschwaben wurden 800 H\u00e4user, <br \/>eine Reihe von Betrieben, Dampfm\u00fchle, Kirche, Friedhof sowie Flurfl\u00e4chen, <br \/>Wiesenfl\u00e4chen, Weing\u00e4rten rund 9.450 Katastraljoch bzw. 5.450 Hektar geraubt. <br \/>Dennoch mussten f\u00fcr die betr\u00e4chtliche Summe , die die Errichtung der <br \/>Erinnerungsst\u00e4tte kostete, die Vertriebenen vormaligen Einwohner und deren <br \/>Kinder durch ihre Spendenaufkommen aufbringen. Die Ehre ihrer Toten war es <br \/>ihnen wert.<\/p>\n<p><strong>Wenig politischer Probleml\u00f6sungswille:<\/strong> <br \/>Die materielle Entsch\u00e4digung wird in Serbien und Kroatien staatlicherseits auf die <br \/>lange Bank geschoben. Die Verbrechen an Leib und Leben, die an <br \/>Jugoslawiendeutschen begangen wurden, blieben bislang unges\u00fchnt.<\/p>\n<p><strong>Geringer Verlass auf Politik:<\/strong> <br \/>Die Errichtung der Gedenkst\u00e4tten waren Erfolge der \u201eB\u00fcrgerdiplomatie und <br \/>B\u00fcrgerpolitik\u201c, w\u00e4hrend die \u201eStaatspolitik\u201c nicht viel zur kulturellen und <br \/>geschichtlichen Rehabilitierung sowie wirtschaftliche Entsch\u00e4digung beitrug. Die <br \/>Initiative kam \u201evon unten\u201c und ebenso der Erfolg. Dasselbe gilt f\u00fcr die Errichtung <br \/>der Gedenkst\u00e4tte in Filipowa. Es bleibt die Frage nach der Verl\u00e4\u00dflichkeit der <br \/>\u201ehohen Politik\u201c.<br \/><strong>Z\u00f6gerlicher Stimmungswandel:<\/strong> Die moralische und kulturelle Rehabilitation der <br \/>Donauschwaben des vormaligen Jugoslawien ist im Gange, allerdings mehr in den <br \/>Medien. In der breiten Masse der Bev\u00f6lkerung schein seit ca. 2008 ein <br \/>Bewu\u00dftseins- und Stimmungswandel zugunsten der Vertriebenen eingesetzt zu <br \/>haben.<br \/><strong>Gerechtigkeit f\u00fcr wen?<\/strong> <br \/>Bei allen vers\u00f6hnlichen Gesten und aller Anbahnung der begr\u00fc\u00dfenswerten <br \/>Erinnerungsgemeinschaft sollte eines klar sein: Ein Verbrechen bleibt ein <br \/>Verbrechen, was immer seine Ursachen und Folgen waren. Die Gerechtigkeit sollte <br \/>unteilbar sein, sie ist es aber den Donauschwaben gegen\u00fcber nicht.<\/p>\n<p><strong>Erinnerung braucht Orte.<\/strong><br \/>Die Erlebnisgerneration ist im Abgang begriffen, sie f\u00fchlt sich <br \/>verantwortlich, bleibende Zeichen zu setzen<br \/><strong>Ansiedlerdenkmal<\/strong> von Sebastian Leicht. Errichtet 1938.<\/p>\n<p><img src=\"http:\/\/neckar-donau-wegekreuz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Ansiedlerdenkmal-654x1024-1.jpg\" alt=\"Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist Ansiedlerdenkmal-654x1024-1.jpg\" \/><\/p>\n<p>Foto: Archiv Freundeskreis der Filipowaer<\/p>\n<p>Es symbolisiert die Arbeit, die Familie und die Religiosit\u00e4t der Bewohner von <br \/>Filipowa. Es wurde kurz nach der Macht\u00fcbernahme der Tito \u2013 Partisanen 1945 <br \/>umgest\u00fcrzt und zerst\u00f6rt.<\/p>\n<p><strong>Gedenktafel am Donauschwabenufer in Ulm. Errichtet 2008<\/strong><\/p>\n<p><img src=\"http:\/\/neckar-donau-wegekreuz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Gedenktafel-1024x708.jpg\" alt=\"Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist Gedenktafel-1024x708.jpg\" \/><\/p>\n<p>Foto: Archiv Freundeskreis der Filipowaer<\/p>\n<p>Am Donauschwabenufer in Ulm ist eine Gedenktafel f\u00fcr Filipowa angebracht. Auf <br \/>der Tafel steht der oft zitierte Satz eines ber\u00fchmten Sohnes unserer <br \/>Heimatgemeinde, des Priesters, Politikers und Dichters Stefan Augsburger: <br \/>\u201eNicht mit dem Schwert, mit der Pflugschar erobert, Kinder des Friedens, <br \/>Helden der Arbeit.\u201c <br \/>Ein erinnerungstr\u00e4chtiger Satz!<br \/>Die beiden Abbildungen auf der Gedenktafel best\u00e4tigen als Symbole diese <br \/>Aussage: Die vor 212 Jahren erbaute Kirche steht f\u00fcr \u201eKinder des Friedens\u201c und <br \/>das 1938 \u2013 errichtete \u201eAhnendenkmal\u201c \u2013 wie wir sagten \u2013 steht f\u00fcr \u201eHelden der <br \/>Arbeit\u201c. Wer genau hinsieht, erkennt, dass der Mann die Schaufel festh\u00e4lt. \u201eDie <br \/>Schaufel brauchte jeder, sie ist das Wahrzeichen der Arbeit, den Pflug f\u00fchrt nur der <br \/>Bauer\u201c, so die Deutung des K\u00fcnstlers Sebastian Leicht. Das Ahnendenkmal <br \/>verk\u00f6rpert zudem die Familie und \u2013 die Frau faltet dem Kind die H\u00e4nde \u2013 auch die <br \/>Religiosit\u00e4t. Beides, die Kirche und das Ahnendenkmal, existieren in Filipowa <br \/>nicht mehr (Die Kirche verschwand nach 162 Jahren, das Ahnendenkmal schon <br \/>nach 7 Jahren)<\/p>\n\n\n\n<p> <strong>Gedenkst\u00e4tte auf dem ehemaligen Friedhof von Filipowa dem heutigen<br>Backi Gracac.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Vor 250 Jahren \u2013 bezogen auf das Jahr 2013 \u2013 wurde mit dem Eintreffen der ersten<br>Ansiedlungswelle unserer Vorfahren \u201ePhilippowa\u201c im Auftrag der Kaiserin Maria<br>Theresia, K\u00f6nigin von Ungarn, offiziell gegr\u00fcndet. M\u00f6ge die Erinnerung an<br>kolonisatorische Leidenschaft der damaligen Herrscher erhalten bleiben. Die<br>Gedenkst\u00e4tte auf dem vormaligen Friedhof, errichtet 2008, betrachten die noch in<br>der alten Heimat geborenen Filipowaer als letztes Bauwerk ihrer Dorfgeschichte.<br>Die Geschichte des Dorfes ist geschlossen \u2013 Filipowa wird Erinnerung<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"http:\/\/neckar-donau-wegekreuz.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Gedenkst\u00e4tte-Filipowa-2008-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-751\" srcset=\"https:\/\/neckar-donau-wegekreuz.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Gedenkst\u00e4tte-Filipowa-2008-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/neckar-donau-wegekreuz.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Gedenkst\u00e4tte-Filipowa-2008-300x225.jpg 300w, https:\/\/neckar-donau-wegekreuz.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Gedenkst\u00e4tte-Filipowa-2008-768x576.jpg 768w, https:\/\/neckar-donau-wegekreuz.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Gedenkst\u00e4tte-Filipowa-2008.jpg 1386w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Die Gedenkst\u00e4tte in Filipowa (heute Backi Gracac) errichtet 2008. Foto: Kupferschmidt<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Gedenkst\u00e4tte auf dem vormaligen Friedhof steht f\u00fcr den Schmerz der <br>Erinnerung. Sie steht auch f\u00fcr die Ehre der Toten, die dort seit der Ansiedlungszeit <br>ihre letzte Ruhe gefunden haben. Mit ihren Freuden und Leiden waren sie <br>Menschen, die als friedliebende Bauern, Handwerker, Arbeiter und Kaufleute das <br>bessere Leben suchten.<\/p>\n<p><strong>Die Gedenkst\u00e4tte &#8222;Heuwiese&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" width=\"767\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/neckar-donau-wegekreuz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Gedenkkreuz-Heuwiese-767x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1777\" srcset=\"https:\/\/neckar-donau-wegekreuz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Gedenkkreuz-Heuwiese-767x1024.jpg 767w, https:\/\/neckar-donau-wegekreuz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Gedenkkreuz-Heuwiese-225x300.jpg 225w, https:\/\/neckar-donau-wegekreuz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Gedenkkreuz-Heuwiese-768x1026.jpg 768w, https:\/\/neckar-donau-wegekreuz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Gedenkkreuz-Heuwiese.jpg 1028w\" sizes=\"(max-width: 767px) 100vw, 767px\" \/><figcaption>Die Gedenkst\u00e4tte \u201eHeuwiese\u201c. Errichtet 2011.  Foto: Kupferschmidt<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>                                                           <\/p>\n\n\n\n<p>Auf der zwischen Hodschag (Ozaci) und Filipowa (Backi Gracac) liegenden \u201eHeuwiese\u201c ruhen die 212 M\u00e4nner und Jugendlichen der  Donauschwaben aus Filipowa. Die Gedenkst\u00e4tte  ist ein Gel\u00e4nde von 8. 000 m\u00b2 mit 3 aufgesch\u00fctteten Grabh\u00fcgeln und dem in der Mitte des Gel\u00e4ndes stehenden Gedenkkreuzes in dessen Sockel die 212 Namen der Ermordeten an sie erinnern.  <\/p>\n\n\n\n<p> Die Heuwiese ist zu einer St\u00e4tte des mahnenden Gedenkens geworden, ein Ort des Friedens und der Vers\u00f6hnung. Eine kleine Zahl der Erlebnisgeneration durfte diesen Tag der Einweihung am 18.Juni 20011, 66 Jahre nach dem Massaker noch erleben. Mit der Errichtung dieser Gedenkst\u00e4tte ging ein jahrzehntelanges Bem\u00fchen und geduldiges Warten voraus. Was hier vollzogen wurde war ein Akt der Vertiefung der Menschenw\u00fcrde in dem man den grausam Get\u00f6teten und piet\u00e4tlos Verscharrten, ihre Namen und ihre W\u00fcrde wieder gegeben wurde.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Zeichen der Hoffnung auf eine friedliche Zukunft.<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p>Auszug aus der Rede des Parlamentspr\u00e4sidenten der Voivodina\/Serbien, Sandor Egeresi, anl\u00e4\u00dflich der Einweihung der Gedenkst\u00e4tte \u201eHeuwiese\u201c am 17.Juni 2011:<\/p>\n\n\n\n<p><em> Der Anlass, aus dem wir uns hier eingefunden haben, weckt tiefe Erinnerungen an eine gemeinsame Vergangenheit, ein Zusammenleben, dass sich hier in der pannonischen Ebene ereignete. Hunderte Jahre lang in Freundschaft, guter Nachbarschaft und gegenseitiger Achtung abgewickelt hat. Leider sind im Kriegswirbel des Zweiten Weltkrieges viele unschuldigen und schuldlose gefallen; viele wurden aus ihren Heimen vertrieben, viele unter ihnen bedeutend viele Donauschwaben, sind in Lagern in der Voivodina unmittelbar nach dem Krieg gestorben und der gr\u00f6\u00dfte Teil wurde vertrieben und hat seine Heimatorte verlassen. An diesem Ort, an dem wir uns versammelt haben, gedenken wir mit Piet\u00e4t aller derjenigen, die ihr Leben verloren haben und bitten um Verzeihung f\u00fcr das zugef\u00fcgte Leid und tragische Schicksal. Dieses Gedenkkreuz ist zugleich auch ein Symbol derjenigen Werte, die Glauben an die Zukunft wecken \u2013 an das Leben, den Dialog und die Vers\u00f6hnung, Danke!<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em> <\/em>Diese Rede stellt einen historischen Markstein dar. Die Bitte um Entschuldigung und Verzeihung eines hochrangigen Vertreters der Vojvodina, hat es bislang nicht gegeben. Das stellvertretende Schuldbekenntnis aus Verantwortung f\u00fcr die zur\u00fcckliegende dunkle Geschichte dieses Landes ehrt den Mann, der es \u00e4ussert, schafft die Voraussetzung f\u00fcr eine ehrliche Vergebung, setzt ein Friedenszeichen und ebnet die Wege der Begegnung. So haben unsere unschuldigen Toten, die auf der \u201eHeuwiese\u201c  liegen, einen neuen Weg in eine friedvolle Zukunft er\u00f6ffnet. Ihr Tod war nicht umsonst.<\/p>\n\n\n\n<p> <br><em> Quelle:  Ausz\u00fcge aus; Georg Wildmann \u2013 \u201eFilipowa eine Erinnerung\u201c 2010  und \u201eGedenkst\u00e4tte auf dem Gr\u00e4berfeld\u201c 2011 \u2013 Sonderausgaben des Filipowaer Heimatbriefes.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Copyright \u00a9 2021 Neckar-Donau-Wegekreuz<\/strong><\/p>\n\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Betrachtungen unserer Geschichte \u2013 Dr. Georg Wildmann Zeit der AnsiedlungNachdem die Batschka von der Herrschaft der Osmanen befreit war, \u2013 der Sieg Prinz Eugens bei Senta 1697 bildete den entscheidenden Wendepunkt \u2013 war das Landgut Philippowa ohne adeligen Grundherren, daher hat es die kaiserliche Hofkammer in Wien verpachtet. 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